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Wieso will Serbien einen Gebietsaustausch mit dem Kosovo?
Geschrieben von: Besart Kelmendi   
Sonntag, den 11. Juli 2010 um 21:38 Uhr

In den letzten Tagen kursierten in den Medien gewisse Spekulationen darüber, dass Serbien einen Gebietsaustausch mit dem Kosovo als Vorschlag für neue Verhandlungen aufnehmen könnte. Demnach sollen Gebiete mit serbischer Mehrheit aus dem kosovarischen Norden mit Gebiete mit albanischer Mehrheit aus dem Presheva-Tal in Serbien ausgetauscht werden. Natürlich wurde dieser „Vorschlag“ von keinem offiziellen Regierungsmitglied in Serbien geäussert. Einzig die serbische Zeitung „Blic“ verbreitete diese Spekulationen in den Medien um den Puls der westlichen Diplomaten und Politiker zu messen. Das heisst aber nicht, dass die Politiker in Serbien von dieser Idee grundsätzlich abgetan sind, das Gegenteil ist der Fall. Es stellt sich also die Frage: Wieso möchte Serbien einen Gebietsaustausch mit dem Kosovo?


Dass in serbischen Medien in letzter Zeit immer häufiger solche Ideen auftauchen ist als Zeichen der Schwäche der serbischen Diplomatie im Kampf um den Kosovo zu verstehen. Der Kosovo wurde bis dato von 69. Staaten anerkannt, darunter den wirtschaftlich stärksten Länder der Welt, er ist Mitglied der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds. Ein sogenannter Gebietsaustausch mit dem Kosovo, was de facto einer Teilung des Kosovo gleichkäme, würde selbst nach der Verfassung Serbiens einen klaren Verfassungsbruch darstellen. Diese Verfassung sieht den Kosovo als Ganzes, nämlich immer noch als Teil Serbiens an. Das serbische Regierungsmitglieder solche Vorschläge zur Teilung des Kosovo grundsätzlich nicht negativ gegenüber stehen, ist darauf zurück zu führen, dass die Position des Kosovo, anders als vor der Ausrufung der Unabhängigkeit, deutlich gestärkt wurde.


Dennoch sind alle Vorschläge, die von Serbien kommen, kategorisch abzulehnen. Sie finden auch keine internationale Zustimmung, weil sie neue Konflikte in der Region heraufbeschwören würden. Eine sogenannte Teilung des Kosovo ist letzen Endes auch nichts weiter als die Vollendung der geheimen Pläne des wegen Kriegsverbrechen angeklagten, ehemaligen serbischen Präsidenten, Slobodan Milosevic, der für den Kosovo immer eine Teilung vorsah. Es ist sehr bezeichnet, dass das „proeuropäische“ Kabinett von Präsident Tadic solchen Milosevic-Ideen grundsätzlich nicht abgeneigt ist. Dies entblösst das wahre Gesicht dieser Regierung.


Hat der Kosovo Serbien mit Krieg gedroht?


In den letzten Tagen kursierte in den Medien auch die Meldung, dass der Kosovo Serbien nach Ansicht des serbischen Präsidenten, Boris Tadic, mit Krieg gedroht habe. Stimmt das? Natürlich nicht. Der Kosovo als unabhängiger Staat, kann seinem nördlichen Nachbarn Serbien nicht mit Krieg drohen, wenn der kosovarische Innenminister Rexhepi erklärt, er möchte zur Vermeidung von Konflikten und zur Bekämpfung der Kriminalität Sonder-Polizeikräfte in den Norden des Landes entsenden. Die Behauptungen des gelernten Psychologen Tadic, sind Teil der psychologischen und diplomatischen Kriegsführung, die seine Regierung gegen die Unabhängigkeit des Kosovo führt und sind im Zusammenhang mit dem bald bevorstehenden IGH-Urteil zu verstehen.

 

 

Kommentare 

 
#1 Gjoni 2010-07-11 22:40 20.000 der aus Medvegj kommenden Albaner leben heute im Kosovo. Ebenfalls 20.000 der aus Nord-Mitrovica kommenden Albaner leben im ghettoisierten albanischen Teil Kosovos. Wir Albaner werden aber nicht ruhen, bis wir "Einigkeit und Recht und Freiheit" hergestellt haben!!! Zitieren
 
 
#2 Edi 2010-07-13 07:29 Zunächst einmal möchte ich dem Schreiber dieses Berichtes ein großes Lob aussprechen. Dieser Text ist sehr gut geschrieben und beschreibt die Situation der Geschehnisse der letzten Tag in Kosova bestens. Schauen wir mal was nach dem IGH Urteil passieren wird. Es wird spannend ! Gruss Zitieren
 

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